
Sadako Sasaki hat versucht zu überleben. Die Japanerin starb 1955 als Zwölfjährige an den Folgen des Atombombenabwurfe am 6. August 1945. Seit gestern ist eine Ausstellung der IPPNW in der Olof-Palme-Gesamtschule zu sehen.
Fast die gesamte Oberstufe der OPG hatte sich in der Kleinkunstbühne versammelt, um die Ausstellungseröffnung mitzuerleben. Es war keine Unterrichtstunde, sondern ihre Mittagspause. Außerdem waren vier von acht Bürgermeistern aus dem Kreis Herford gekommen. Sie gehören der Vereinigung "Bürgermeister für den Frieden" an, die der Bürgermeister von Hiroshima 1985 ins Leben gerufen hat und dem inzwischen weltweit mehr als 2.400 Bürgermeister angehören. Hiddenhausens Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer erinnerte daran, dass sich die Großgemeinde 1985 zur atomwaffenfreien Zone erklärt hat. "Das war ein Ratsbeschluss", sagte Rolfsmeyer, über den man lächeln könne, der aber ein wichtiges Zeichen seil Frieden sei nur zu schaffen, in dem man miteinander rede und zusammenarbeite, sagte Rolfsmeyer. Im Kreis gehören Herford, Enger, Hiddenhausen, Kirchlengern, Löhne, Rödinghausen und Vlotho der Bürgermeistervereinigung an.
Dr. Winfrid Eisenberg, viele Jahre Chefarzt der Kinderklinik Herford und seit vielen Jahren in der IPPNW engagiert, erinnerte an den Atomwaffensperrvertrag und daran, dass amerikanische Atomwaffen in Büchel in der Eifel lagern und die Bundeswehr mit den Waffen übt. "Sie lagern nach den geltenden Verträgen illegal", sagte Eisenberg.
Dr. Martin Sonnabend (IPPNW) machte die Folgen einer Atombombenexplosion deutlich: "Außer ein bisschen verbinden können wir Ärzte nichts tun." Die Spätfolgen seien erheblich. Wie bei Sadako Sasaki. Oberstufenschüler berichteten von ihr. Sie war eine gute Sportlerin - bis sie zusammenbrach und die Ärzte Leukämie feststellten. Sie begann Kraniche in Origamitechnik zu falten. Die Legende sagt, wer 1.000 Kraniche gefaltet hat, überlebt. Das Mädchen überlebte nicht. Dafür ist der gefaltete Kranich das Symbol für den Friedenswillen der Kinder Hiroshimas geworden.
Thomas Dohna in der "Neuen Westfälischen"
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