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IPPNW

Hamid Ansari eröffnet den 18. IPPNW-Weltkongress

Rede des indischen Vizepräsidenten

Der indische Vizepräsident wendet sich an den 18. Weltkongress der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges

«Ich bin froh darüber, hier bei der Einführungsveranstaltung des 18. Weltkongresses der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges zu sein. Die Pionierarbeit der Organisation und ihre Bemühungen um Frieden, Gesundheit und Entwicklung brauchen hier nicht erwähnt zu werden; dies alles wurde durch den Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Konferenzen dieser Art helfen dabei, die Ursachen von bewaffneten Konflikten, besonders aus der Perspektive der öffentlichen Gesundheit, besser zu verstehen und schaffen ein Bewusstsein für die immensen Konsequenzen für Gesundheit und Umwelt durch einen Atomkrieg. Die Involvierung von Studenten und der Jugend als Teil dieser Konferenzen trägt unverzichtbar dazu bei, das notwendige Bewusstsein bei den zukünftigen Entscheidungsträgern zu verbreiten.

Dieses hervorragende Publikum braucht keine Erinnerung daran, dass die erste Resolution der UN Generalversammlung vom 24. Januar 1946 einstimmig angenommen wurde und sich damit befasste, Atomwaffen und alle anderen größeren, für die Massenvernichtung verwendbaren Waffen aus dem nationalen Rüstungsbestand abzuschaffen und die Atomenergie zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass sie nur für friedliche Zwecke verwendet wird. Die Schrecken der Benutzung von Atomwaffen haben alle verantwortungsbewussten Nationen davon überzeugt, dass die Abschaffung von Atomwaffen notwendig ist. Der Internationale Gerichtshof kam in seinem Gutachten vom 8. Juli 1996 zu dem Schluss, dass »eine Verpflichtung dafür existiert, Verhandlungen, die zur nuklearen Abrüstung in all ihren Aspekten unter strenger und effektiver internationaler Kontrolle führt, in gutem Glauben zu verfolgen und zu einem Abschluss zu bringen.« Der Diskurs über nukleare Abrüstung wurde durch die Beiträge der blockfreien Staaten, vieler Mitgliedstaaten einschließlich Indien und selbst durch die Gemeinschaft der Nichtregierungsorganisationen bereichert.

Während bezüglich des Prinzips Übereinstimmung herrscht, sind die praktischen Maßnahmen und Ansätze, die für die Realisierung dieser Vision vonnöten sind, Gegenstand vieler Debatten und abweichender Meinungen gewesen. Es war Indien, das 1954 als erstes ein Ende der Atomtests vorschlug. Die Prinzipien für einen Atomwaffensperrvertrag wurden 1965 zuerst von Indien vorgeschlagen. Indien weigerte sich am Ende, den NPT zu unterschreiben, als klar wurde, dass, anstatt den zentralen Gegenstand der universellen und umfassenden Nichtverbreitung anzusprechen, der Vertrag lediglich den weiteren Besitz und die Vervielfachung der atomaren Vorräte durch einige wenige Staaten, die im Besitz von Atomwaffen waren, legitimisierte.

Ich fühle mich an das erinnert, was der ehemalige Premierminister Shri Rajiv Gandhi in einer Rede vor den Vereinten Nationen sagte. Er vertrat die Auffassung: »Wir können die Logik nicht akzeptieren, dass einige wenige Nationen das Recht haben, ihre Sicherheit dadurch zu betreiben, indem sie das Überleben der Menschheit bedrohen ... es ist auch nicht akzeptabel, dass die, die Atomwaffen besitzen, von allen Kontrollen befreit sind, während diejenigen ohne Atomwaffen überwacht werden, um eine etwaige Produktion zu verhindern. Die Vergangenheit ist voll von solchen Vorurteilen, die als unumstößliche Gesetze maskiert wurden: Dass die Männer den Frauen überlegen sind; dass die weißen Rassen besser sind als die farbigen; dass Kolonialismus eine zivilisierende Mission erfüllt; (und) dass diejenigen, die Atomwaffen besitzen, verantwortungsvolle Kräfte sind und dass diejenigen, die keine besitzen, dies nicht sind.«

Indien strebt eine Welt an, die diese Vision von Shri Rajiv Gandhi verkörpert, eine gewaltlose Welt, frei von der Plage der Atomwaffen. Wir haben immer gemeint, dass Fortschritt hin zur atomaren Abrüstung gegenseitigen Vertrauens in der internationalen Gemeinschaft bedarf, um universelle, nicht diskriminierende und verifizierbare Verbote von Atomwaffen vereinbaren zu können, die zu ihrer vollständigen Eliminierung führen. Wir glauben, dass die folgenden Elemente verfolgbare und konkrete Schritte hin zum Erreichen von nuklearer Abrüstung darstellen und haben sie der internationalen Gemeinschaft zur Diskussion vorgelegt:

1. Nochmaliges Bekenntnis zur eindeutigen Verpflichtung aller Atomwaffenstaaten, mit dem Ziel der vollständigen Abschaffung von Atomwaffen;

2. Verhandlungen über eine Konvention zum vollständigen Verbot der Nutzung von oder der Androhung des Gebrauchs von Atomwaffen.

3. Verhandlungen über eine Atomwaffenkonvention, die die Entwicklung, Produktion, Lagerung und Benutzung von Atomwaffen verbietet und eine Konvention, die sich mit ihrer Zerstörung befasst, was zu einer globalen, nicht diskriminierenden und verifizierbaren Abschaffung der Atomwaffen innerhalb eines festgelegten Zeitraumes führt.

Ein Artikel auf der Kommentarseite des Wall Street Journals vom 15. Januar 2008 von George Shultz, William Perry, Henry Kissinger und Sam Nunn konzentrierte sich nochmals auf atomare Abrüstung und stellte fest, dass uns die Verbreitung von Wissen über Atomwaffen und Atommaterial an »einen atomaren Wendepunkt« gebracht hat. Sie betonten das Erfordernis eines globalen Dialoges, der sowohl atomwaffenlose als auch atomwaffenbesitzende Staaten einschließt, um, neben anderen Themen, »die Umsetzung des Zieles einer atomwaffenfreien Welt in ein praktisches Unternehmen zwischen Nationen« zu diskutieren, »indem der notwendige politische Wille, einen internationalen Konsens bezüglich der Prioritäten zu erreichen, angewendet wird«. Dennoch ist es wert zu erwähnen, dass der Fokus der internationalen Bemühungen sechs Jahrzehnte nach Hiroshima und Nagasaki immer noch auf »der Anwendung des notwendigen politischen Willens, einen internationalen Konsens bezüglich der Prioritäten zu erreichen« liegt. Es ist ein Schritt der Distanz, die wir überwinden müssen, um die Vision der universellen atomaren Abrüstung zu realisieren.

Das Thema des Kongresses, »Frieden, Gesundheit und Entwicklung«, ist zeitgemäß. Ich wünsche dem Kongress gutes Gelingen.«

Quelle: http://pib.nic.in/release/release.asp?relid=36132

Übersetzung: Nadine Scholz

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