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IPPNW-Pressemitteilung vom 19.6.2013

Vertrag für eine atomwaffenfreie Welt statt schrittweise Abrüstung

Obama-Rede in Berlin

In Bezug auf Atomwaffen war die Berliner Rede von Obama weitgehend eine Enttäuschung.
19.06.2013

„Solange Atomwaffen existieren, sind wir nicht wirklich sicher,“ erklärte US-Präsident Barack Obama heute in seiner Rede in Berlin. Normalerweise lautet der Satz „Solange Atomwaffen existieren, werden die USA (oder wird die NATO) Atomwaffen behalten“. Damit hat der US-Präsident die Bedrohung anerkannt, die von der bloßen Existenz der Atomwaffen ausgeht und seine Absicht erklärt, die Zahl der Atomwaffen um ein Drittel zu reduzieren, sollte Russland mitziehen. Doch Obama hat sich darüber ausgeschwiegen, wie er seinen eigenen unwilligen Kongress überzeugen will, der bislang ede seiner Maßnahmen blockiert.

„Wenn er sich über jede Reduzierung von Atomwaffen erst einmal mit den Republikanern verständigen muss, werden wir `Global Zero´ erst am Sankt-Nimmerleins-Tag  erreichen“, erklärt die IPPNW-Abrüstungsexpertin Xanthe Hall. Einfacher sei es, auf den „Schritt-für-Schritt“-Ansatz zu verzichten und stattdessen mit den anderen Atomwaffenstaaten über einen Vertrag zu verhandeln, wie eine atomwaffenfreie Welt sicher und verifizierbar erreicht werden könne. „Ein solcher Prozess kann auch lange dauern, aber das Ziel wäre klar und nicht jeder Schritt müsste erst vom US-Kongress oder der Duma ratifiziert werden“, so Hall.

Die US-Atomwaffen in Deutschland und ihre Modernisierung hat Obama nicht direkt angesprochen. Er sagte lediglich, dass er mit seinen Bündnispartner und Russland daran arbeiten wird, die Zahl der taktischen Atomwaffen in Europa zu reduzieren. Das steht bereits in der Chicagoer NATO-Erklärung von Mai 2012. „Sind wir nicht schon einen Schritt weiter?“, fragt Xanthe Hall. Die Abrüstungsexpertin hatte sich von der Berliner Rede konkretere Aussagen erhofft als staatsmännische Worte über Frieden und Gerechtigkeit.

Noch immer sind in der Eifel etwa 20 US-Atombomben stationiert. Die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ fordert die Bundesregierung auf, sich gegenüber der amerikanischen Regierung für den Abzug dieser „Relikte des Kalten Krieges“ einzusetzen. Am 11. und 12. August 2013 veranstaltet die IPPNW mit anderen Friedensgruppen im Rahmen der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ ein Musikhappening am Atomwaffenstandort in Büchel. Dort wird unter anderem die Musik- und Aktionsgruppe „Lebenslaute“ auftreten und wieder Musik mit zivilem Ungehorsam verbinden.

Weitere Informationen zu den Protesten am Atomwaffenstandort Büchel finden sie unter http://www.atomwaffenfrei.de/buechel.html

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen[at]ippnw.de

Foto: In Bezug auf Atomwaffen war die Berliner Rede von Obama weitgehend eine Enttäuschung.

Webdossier

UN-Hauptquartier in New York. Foto: UN

Vom 27. April bis 22. Mai 2015 fand in New York die Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag statt. 
Lesen Sie hier mehr darüber

Ansprechpartnerinnen


Xanthe Hall

Abrüstungsreferentin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Mobil 0171 / 435 84 04
Kontakt

Inga Blum, IPPNW-Vorstand. Foto: Inga Blum

Dr. Inga Blum
Zuständig für Atomwaffenfragen im Vorstand
Kontakt

Materialien

IPPNWaktuell über die geplante Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa.

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