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IPPNW-Presseinfo 22.6.2009

IPPNW: Atomare Abrüstung dringlicher denn je

Abu al-Jasid droht mit Atomwaffeneinsatz

22.06.2009

Die Drohung des mutmaßlichen Al-Kaida-Anführers in Afghanistan, Mustafa Abu al-Jasid, im Fernsehsender Al-Dschasira, Pakistans Atomwaffen gegen die USA einsetzen zu wollen, unterstreicht die Dringlichkeit zur weltweiten Abrüstung. „Die Welt steht am Scheideweg: Entweder werden Atomwaffen geächtet und abgeschafft oder sie werden von immer mehr Staaten und so genannten `nichtstaatlichen Akteuren´ entwickelt, erworben oder gestohlen“, so die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Die Ärzteorganisation setzt sich für eine Atomwaffenkonvention ein, einen Vertrag über das Verbot und die Abschaffung dieser Massenvernichtungswaffen.

Die pakistanischen Atomsprengköpfe haben kein elektronisches Code-Sicherungssystem zur Schärfung der Gefechtsköpfe, wie man es von den US-amerikanischen und russischen Atomwaffen kennt. Jeder, der in ihren Besitz gelangt, kann sie prinzipiell ungehindert einsetzen. Das Spaltmaterial aus Uran ist zwar in "Friedenszeiten" nicht in den Sprengköpfen montiert, und Bombengehäuse und Spaltmaterial werden an zwei voneinander getrennten Orten aufbewahrt, aber dieser Minimalschutz kann in kurzer Zeit aufgehoben werden.

Die Drohung von Abu al-Jasid verdeutlicht nach Ansicht der IPPNW zudem die Möglichkeit einer nuklearen Eskalation durch die Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes auf Pakistan. Im Mai hat die pakistanische Armee auf intensives Drängen der US-Administration eine großangelegte Operation gegen Taliban-Kämpfer in der westlichen Grenzregion des Landes, im Swat-Tal, begonnen. Nach Schätzungen der UN wurden dadurch ca. 2 bis 3,4 Millionen Menschen vertrieben. Es handelt sich um die größte Flüchtlingswelle auf dem indischen Subkontinent seit der Teilung von Indien/Pakistan 1948. Laut Friedensgutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute wurden in Pakistan im letzten Jahr bereits mehr Menschen Opfer von Krieg und Terrorismus als in Afghanistan.

Die IPPNW erneuert ihre Forderung nach einem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. „Das Land braucht ein rasches Konzept für den Ausstieg aus dem Krieg unter intensiver Einbeziehung der afghanischen Zivilgesellschaft. Solche Ansätze für eine friedliche und die Demokratie fördernde Entwicklung des Landes hat die im August 2008 stattgefundene Friedensdschirga vorgeschlagen“, so der friedenspolitische Referent der IPPNW Dr. Jens-Peter Steffen.

Pressekontakt: Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, Pressesprecherin Angelika Wilmen Tel. 030 / 69 80 74 15, Email: wilmen[at]ippnw.de

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Webdossier

UN-Hauptquartier in New York. Foto: UN

Vom 27. April bis 22. Mai 2015 fand in New York die Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag statt. 
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Ansprechpartnerinnen


Xanthe Hall

Abrüstungsreferentin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Mobil 0171 / 435 84 04
Kontakt

Inga Blum, IPPNW-Vorstand. Foto: Inga Blum

Dr. Inga Blum
Zuständig für Atomwaffenfragen im Vorstand
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