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IPPNW-Pressemitteilung vom 31.5.2012

Deutsche Bank finanziert Produktion von Atomwaffensystemen

Aktionärsversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt

31.05.2012

Die Deutsche Bank finanziert 13 internationale Unternehmen, die Atomwaffensysteme entwickeln und produzieren. Das kritisiert der IPPNW-Vorsitzende Matthias Jochheim heute auf der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank und appelliert an den Vorstand, die Beteiligungen an atomarer Bewaffnung aufzugeben. „Mit ihrem Finanzengagement in diese Unternehmen erleichtert die Deutsche Bank den Aufbau von Nuklearstreitkräften und konterkariert so die Anstrengungen, die Welt atomwaffenfrei zu machen“, erklärt Jochheim. 

Laut einer aktuellen Studie „Don´t Bank on the Bomb“ (Die Bombe ist eine schlechte Investition) der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) investieren u.a. Deutsche Bank, Allianz, Commerzbank und BayernLB in die Hersteller von Atomwaffensystemen. Die Studie nennt insgesamt mehr als 300 Finanzinstitute in 30 Ländern mit erheblichen Investitionen in Unternehmen, die US-amerikanische, britische, französische und indische Atomsprengköpfe sowie Raketen, Bomber und atomwaffenfähige U-Boote produzieren. Elf der Finanzinstitute sind in Deutschland ansässig.

Die Deutsche Bank ist zum Beispiel seit 2009 mit schätzungsweise rund 715 Millionen US-Dollar an British Aerospace Systems beteiligt, das zusammen mit anderen Unternehmen einen neuen Typ von atomar bewaffneten U-Booten entwickelt. Einen Kredit in Höhe von 111,4 Millionen US-Dollar vergab das Finanzinstitut 2011 an die niederländische European Aeronautic Defence and Space Company (EADS), die in die Produktion französischer Atomwaffen involviert ist. Die Daimler Benz AG hatte bis Ende 2011 15 % Anteile an EADS. Die Hälfte dieser Anteile mit einem Wert von 1,2 Milliarden Euro hat ein Investorenkonsortium von Finanzinstituten (inkl. KfW und Deutsche Bank) gekauft. EADS produziert auch die Raketen M4, M45 und M51 an Bord der französischen Atom-U-Boote der Triomphant-Klasse und ist am Bau des atomaren Marschflugkörpers Air-Sol Moyenne Portée-Amélioré für die Jagdbomber Mirage 2000N und Rafale F3 beteiligt.

Im internationalen Atomwaffensperrvertrag ist nicht nur der Verzicht der Bundesrepublik Deutschland auf nukleare Bewaffnung festgeschrieben, sondern auch die Verpflichtung zur vollständigen atomaren Abrüstung der fünf unterzeichnenden Nuklearwaffenstaaten.

Die Rede von Matthias Jochheim finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/rede_deusche_bank_31_05_12.pdf

Die vollständige ICAN-Studie „Don´t Bank on the Bomb“ finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/DivestmentReport.pdf

Weitere Informationen zu Atomwaffen unter http://www.atomwaffena-z.info

Kontakt: Angelika Wilmen, Tel. 030-69807415, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, Email: wilmen[at]ippnw.de, www.ippnw.de

Foto: 

IPPNWaktuell über die geplante Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa.

Webdossier

UN-Hauptquartier in New York. Foto: UN

Vom 27. April bis 22. Mai 2015 fand in New York die Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag statt. 
Lesen Sie hier mehr darüber

Ansprechpartnerinnen


Xanthe Hall

Abrüstungsreferentin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Mobil 0171 / 435 84 04
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Inga Blum, IPPNW-Vorstand. Foto: Inga Blum

Dr. Inga Blum
Zuständig für Atomwaffenfragen im Vorstand
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