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IPPNW

Für CDU-Außenpolitiker dienen Atomwaffen in Büchel der Abschreckung des Irans

Befürworter der US-Atomwaffen in Deutschland in Erklärungsnot

Mit großem Erstaunen haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) die Aussagen des CDU-Außenexperten Eckart von Klaeden zu den US-Atomwaffen in Deutschland zur Kenntnis genommen. Sinngemäß rechtfertigte er die deutsche nukleare Teilhabe mit einer potentiellen nuklearen Bedrohung durch den Iran.

Xanthe Hall, IPPNW-Atomwaffenexpertin sagt dazu: „Vielleicht weiß Herr von Klaeden nicht, dass die deutschen Tornados den Iran nur mit einer Zwischenlandung in der Türkei erreichen können. Nicht mal die Türkei sieht die Notwendigkeit, US-Atomwaffen mit eigenen Flugzeugen und Piloten einsetzen zu können. Die schwer verständliche Logik von Herrn von Klaeden zeigt die Erklärungsnot der Befürworter der US-Atomwaffen in Deutschland. Es gibt keine politischen Ziele mehr, mit denen sich die Existenz dieser Atomwaffen in Büchel begründen lässt! Im Gegenteil: Sie sind ein Risiko für die deutsche Bevölkerung und auch für die Glaubwürdigkeit der deutschen Außenpolitik. Klaeden hat gestern der deutschen Abrüstungspolitik schwer geschadet.“

In der heutigen Ausgabe der britischen „Guardian“-Zeitung wird berichtet, dass die USA ihre Atomwaffen vom US-Luftwaffenstützpunkt Lakenheath in Großbritannien abgezogen haben. Der Abzug beendet 50 Jahre US-Atomwaffenstationierung auf der Insel. Die Türkei hat nach Angaben der Federation of American Scientists auf ihre nukleare Teilhabe verzichtet und wahrscheinlich alle US-Atomwaffen auf US-Stützpunkte verlagert.

In der Aktuellen Stunde im Bundestag am Mittwoch sagte Klaeden im Wortlaut:

"Jetzt zählen Sie doch einfach einmal die Fakten zusammen: das iranische Raketenprogramm, das iranische Nuklearprogramm und schließlich die ständigen Drohungen des iranischen Präsidenten gegen Israel. Vor diesem Hintergrund ist ja leider das Szenario nicht unwahrscheinlich, dass der Iran irgendwann Israel mit Nuklearwaffen bedrohen könnte. Wenn wir in einer ähnlichen Situation wie im ersten Irak-Krieg, als Saddam Hussein Raketen auf Israel geschossen hat, Abwehrraketen an Israel liefern würden und der Iran daraufhin erklären würde, wir würden zur Kriegspartei, dann müssten wir eine Antwort auf eine solche strategische Bedrohung haben. Auf solche, leider nicht völlig unwahrscheinliche Gefahren müssen wir uns dann einrichten und in unsere Sicherheitskalkulation mit einbeziehen."

Pressekontakt: Sven Hessmann, Tel.: 030 – 69 80 74 14, E-Mail: hessmann@ippnw.de

Über die IPPNW: Diese Abkürzung steht für International Physicians for the Prevention of Nuclear War. Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges engagieren sich seit 1982 für eine Welt ohne atomare Bedrohung und Krieg. 1985 wurden sie dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Heute setzt sich die IPPNW in 60 Ländern für Frieden und Abrüstung ein.

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