
01.05.2008 Anfang der Woche hat in Genf das zweite Vorbereitungstreffen für die nächste Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages (Non-Proliferation-Treaty = NPT) im Jahr 2010 begonnen, und am Feiertag ist erst einmal Pause bei den Vereinten Nationen. Nicht so in der Rue du Mont-Blanc im Stadtzentrum: Schon am frühen Morgen trudeln aus den verschiedensten Richtungen IPPNW-Studierende aus Deutschland, Schweden und der Schweiz ein.
Bei strahlendem Sonnenschein beladen sie einen Tisch mit Kekspackungen, Teebeuteln, Thermoskannen und Unmengen von Infomaterial. „My Cup of Tea – Nuclear Weapon Free“ nennt sich die Aktion, die letztes Jahr in Stockholm Weltpremiere feierte. Dass die angebotenen Teesorten tatsächlich aus atomwaffenfreien Ländern stammen, dafür haben die Schweizer Lokalmatadoren mit scharfem Blick beim Einkauf im Großmarkt gesorgt.
Die Medizinstudierenden in ihren weißen Kitteln haben inzwischen Verstärkung durch die SchülerInnen von BANg (Ban All Nukes generation) und einige IPPNW-Ärzte bekommen und machen sich daran, den Passanten bei Tee und Gebäck ihre Botschaft mit auf den Weg zu geben: Prävention ist das einzige, was ÄrztInnen gegen die gesundheitlichen Gefahren eines Atomkrieges zu tun bleibt. Bei der nächsten Tasse Tee im Freundeskreis kann jeder das Thema aufgreifen und so für stärkeren meinungspolitischen Druck aus der Bevölkerung sorgen, ohne den sich in Sachen atomare Abrüstung nicht viel bewegen wird.
Das Prinzip, diese Aufklärungsarbeit nicht mit Schreckensszenarien, sondern Optimismus und Kaffeehaus-Atmosphäre zu verbinden, erweist sich als erfolgreich: Selbst die Reisenden, die mit ihren schweren Koffern zum nahe gelegenen Bahnhof hetzen, suchen sich mit Bedacht einen Keks aus dem großen Sortiment aus und werden neugierig, was Haselnussplätzchen und Schokowaffeln mit Atomwaffen zu tun haben. Und da der Tee meist etwas zu heiß ist, um ihn in einem Zug herunterzuschlürfen, bleibt ein Moment, um sich in Ruhe zu unterhalten und Fragen zu beantworten.
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