
Die US-Zeitschrift “Bulletin of Atomic Scientists” hat entschieden, dass wir zwei Minuten näher an das Ende der Welt heran gerückt sind. Die Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) zeigt ab jetzt fünf Minuten vor zwölf. Diese Entscheidung spiegelt das weltweite Versagen wider, Lösungen für die zwei schlimmsten globalen Bedrohungen – Atomwaffen und den Klimawandel – zu finden.
Aus diesem Anlass wollen Ärzte im März 2007 eine neue weltweite Kampagne, die ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear weapons, Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen), starten. Die Ärzte werden bei ihrer Kampagne für eine Atomwaffenkonvention von den Bürgermeistern von über 1600 Städten auf der ganzen Welt sowie von Prominenten unterstützt werden.
Die Weltuntergangsuhr wurde 1947 etabliert und zeigte damals sieben Minuten vor Mitternacht. 1953-1960 war laut der Uhr die gefährlichste Zeit, nachdem die USA und UdSSR ihre Wasserstoffbomben getestet hatten. Damals stand die Uhr bei zwei Minuten vor Mitternacht. Die beste Zeit mit 17 Minuten vor Mitternacht war 1991-1995, als die USA und die Sowjetunion den START-Vertrag unterzeichneten. Die letzte Umstellung der Uhr war 2002, als die USA eine Reihe von Rüstungskontrollverträgen in Frage stellten und den ABM-Vertrag kündigten. Mitternacht bedeutet symbolisch das Ende der Zivilisation.
Der Vorstand der “Bulletin of Atomic Scientists”, dem 18 NobelpreisträgerInnen angehören, will damit auf die erhöhte Gefahr aufmerksam machen, die von der Verbreitung der Atomwaffen in einer Welt voll bewaffnetem Konflikt ausgeht. Außerdem ist es ein Hinweis darauf, dass der Klimawandel katastrophalen Schaden mit sich bringen wird. “Wir stehen am Abgrund eines zweiten Atomzeitalters” warnen die Wissenschaftler.
Für die IPPNW ist eine wichtige neue Aussage der “Bulletin”-Wissenschaftler die Anerkennung der Verbindung zwischen dem weiteren Ausbau der Atomenergie weltweit und der Gefahr von Atomwaffen. Die Notwendigkeit, eine Lösung für den Klimawandel zu finden, hat dazu geführt, dass Länder die Nutzung der Atomenergie erhöhen wollen. Diese wiederum führt zu einer Erhöhung der Gefahr durch nukleare Proliferation. Die Wissenschaftler fordern eine ernsthafte Diskussion über die Implikationen einer globalen Expansion der Nutzung der Atomenergie als Antwort auf die Klimakrise und weisen auf die Gefahren der Atomenergie hin: die Gesundheitsfolgen und Umweltzerstörung durch Atommüll, das Abzweigen von Materialien für Waffenzwecke und die Sicherheit der Anlagen selbst.
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