IPPNW.DE
Text vergrößernText verkleinernSeite druckenRSS-Feed aufrufen Seite versenden
IPPNW-Presseinfo vom 30.10.2005

Den Atomkraftwerken geht bald der Brennstoff aus!

Umbau der Energiewirtschaft erforderlich

Angesichts der Diskussionen um Laufzeitverlängerungen für die deutschen Atomkraftwerke weist die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW darauf hin, dass den Atomkraftwerken in absehbarer Zeit der Brennstoff ausgeht. Uran wird immer knapper und teurer.

Der Uranbedarf für die weltweit über 440 kommerziellen Atomkraftwerke liegt bei rund 62.000 Tonnen pro Jahr. Allein die Europäische Union hat einen jährlichen Bedarf von etwa 20.000 Tonnen Uran.

Die "wirtschaftlich" gewinnbaren Uranreserven wurden von der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEA) und der OECD Nuclear Energy Agency (NEA) im Jahr 1999 im so genannten "Red Book" ausgewiesen. Demnach sind - je nach Höhe der unterstellten Förderkosten - insgesamt noch zwischen 1,25 und 4 Millionen Tonnen Uran mehr oder weniger "wirtschaftlich" abbaubar. Es handelt sich zum Teil um gesicherte, zum Teil aber nur um vermutete Uranvorkommen.

Die Gesamtmenge mit dem großteils nur sehr aufwendig und entsprechend teuer zu gewinnenden Uran reicht demnach nur noch zwischen 20 und 65 Jahre lang. Knappe Güter werden im Allgemeinen teurer. Der Uranpreis dürfte also in den kommenden Jahren deutlich anziehen, gerade auch weil die Energiepreise insgesamt wegen der zunehmenden Verknappung der fossilen Energieträger weiter steigen dürften.

Vor diesem Hintergrund muss es verwundern, wenn der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) in seiner jüngsten Studie "Ökonomische Auswirkungen alternativer Laufzeiten von Kernkraftwerken in Deutschland" annimmt, dass die Brennstoffkosten für die Atomkraftwerke in den kommenden 25 Jahren konstant bleiben! Man darf hier auch am ökonomischen Sachverstand des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln zweifeln, das die Studie im Auftrag des BDI federführend erstellt hat.

"Angesichts des knappen Urans und der knappen fossilen Energieträger können wir es uns nicht leisten, noch mehr Zeit mit absurden Diskussionen um die Atomenergie zu verschwenden", sagte Henrik Paulitz, Energieexperte der IPPNW. "Alle Kraft ist nun einzusetzen für eine drastische Reduktion des Energieverbrauchs und für die zügige Umstellung des Strom-, Wärme- und Verkehrssektors auf erneuerbare Energien. Ein solcher Umbau der Energiewirtschaft ist auch erforderlich, um Kriege um knappe Energie-Rohstoffe wie Öl, Erdgas und Uran zu verhindern."


Für Fragen wenden Sie sich an:
Henrik Paulitz, Tel. 0171-53 888 22

Foto: 

Sitemap Überblick