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Erneuerbare Energien aus sozialer Verantwortung

01.04.2009

Der Ausstieg aus der fossil-atomaren Energiewirtschaft und der weitere dezentrale Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein Projekt sozialer Verantwortung und eine geeignete Antwort auf negative Folgen der Globalisierung.

So ist die Beseitigung der gesundheits-gefährdenden Emissionen des fossil-atomaren Energiesystems (Radioaktivität, Staub, Quecksilber etc.) eine wichtige präventive Maßnahme zur Verbesserung der Gesundheit. Eine Erneuerbare Energiewirtschaft ist CO2-neutral und somit auch die wesentliche und notwendige Antwort auf die drohende Klimakatastrophe.

Allein die heimischen Erneuerbaren Energien bieten angesichts der steigenden Preise für fossile Energie und für Uran auf mittlere und lange Sicht die Chance, dass ärmere Bevölkerungsschichten wie auch die verarmende Mittelschicht ihre Wohnung im Winter heizen können und dass ihnen der Strom nicht abgedreht wird, weil sie die Rechnung nicht mehr bezahlen können. Die Windenergie hat heute schon eine dämpfende Wirkung auf die Strompreise. Strom aus Solaranlagen vom eigenen Dach wird wie prognostiziert immer billiger. Ab dem Jahr 2015 soll er günstiger sein als konventioneller Strom aus der Steckdose.
Die Erneuerbaren Energien haben allein im vergangenen Jahr fast 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen – soviel wie in der Atomindustrie tätig sind. Insgesamt beschäftigt die Erneuerbare-Energien-Branche nunmehr rund 280.000 Menschen.

Mit der eigenen Solaranlage auf dem Dach oder einer Beteiligung an einem Windpark werden einfache Bürger zu wirtschaftlichen Akteuren, denen der Ertrag des Geschäfts mit der Ware Energie zufließt. Anstelle von globalen Großkonzernen, Banken, Aktionären und Spekulanten profitiert die breite Bevölkerung. Auch Kommunen profitieren schon heute von der Windenergie: Sie erhalten Pacht- und erhöhte Gewerbesteuereinnahmen.

Von dem Strukturwandel „Weg von wenigen mächtigen Energiekonzernen, hin zu vielen Kleinakteuren“ kann auch die Demokratie profitieren, die heute diesen Namen teilweise gar nicht mehr verdient, weil die Konzerne die Politik erpressen und den Kurs bestimmen.

Energieautonomie, z. B. das energieautarke Haus oder die energieautarke Kommune, ist auch ein wesentlicher Schlüssel für die Freiheit und eine geeignete Antwort auf den um sich greifenden Überwachungsstaat. Das zentralstaatliche Durchregieren, die Überwachung und Steuerung des Denkens und Handelns der Bürger, wird erschwert, wenn sich die Menschen wieder ihrer eigenen Stärken bewusst und ökonomisch sehr viel unabhängiger und eigenständiger werden.

Nicht zuletzt lebt man den Ländern des Südens einen Lebensstil vor, der prinzipiell weltweit übertragbar ist (dezentrale angepasste Technologien, weitreichende wirtschaftliche Eigenständigkeit), ohne die Belastbarkeit unseres Planeten überzustrapazieren. Dezentrale erneuerbare Energien sind ein Entwicklungsmodell, das weltweit angewandt werden kann, ohne wiederum Probleme an anderer Stelle zu produzieren.

Henrik Paulitz

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