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Die geplante Freisetzung von Atommüll

Rot-grüne Strahlenschutzverordnung

Die am 1. August 2001 in Kraft getretene rot-grüne Strahlenschutzverordnung erlaubt die unbegrenzte Freisetzung radioaktiver Abfälle in die Umwelt. Alte stillgelegte Atommeiler können abgerissen und der strahlende Bauschutt schlichtweg auf der nächsten Hausmülldeponie abgeladen werden. Aufgrund der neuen Verordnung muss mit mit vielen weiteren Strahlentoten gerechnet werden.

 

Die neue Strahlenschutzverordnung hat für die Allgemeinbevölkerung den Strahlenschutz deutlich verschlechtert. Die zulässige jährliche Gesamtbelastung eines Normalbürgers wurde von zuvor 0,6 Millisievert auf 1 Millisievert erhöht (Dosisgrenzwert). Rot-grün erlaubt also fast eine Verdoppelung der Strahlenbelastung der Bevölkerung.

Doch selbst diese Strahlenbelastung könnte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch überschritten werden. Die Strahlen-schutzverordnung erlaubt nämlich praktisch in unbegrenztem Umfang, Atommüll zu einfachem Müll umzudeklarieren.

Beim Abbruch von stillgelegten Atomkraftwerken fallen gewaltige Mengen von Atommüll an. Aufgrund der großzügigen Regelungen in der neuen Strahlenschutzverordnung kann ein großer Teil dieses Atommülls einfach auf ganz normale Hausmülldeponien gekippt oder im Straßenbau weiterverwendet werden. Radioaktiv verseuchte Metalle können sich künftig per Recycling in beliebigen Produkten wiederfinden, die uns täglich umgeben.

Weil umdeklarierter Atommüll keinerlei Kontrolle mehr unterliegt, können radioaktive Substanzen selbst in Lebensmitteln wieder auftauchen, ohne dass es bemerkt werden wird. Und für das Ausland ist die neue Strahlenschutzverordnung eine Einladung, radioaktiven Müll einfach nach Deutschland zu exportieren, weil er auf der Basis der neuen Strahlenschutzverordnung preiswert als nicht-radioaktiv behandelt werden kann.

Die Fachebene des Bundesumweltministeriums hat Kritikern noch im April 2001 schriftlich bestätigt, dass die Strahlenschutz-Verordnung so nicht beschlossen werden dürfe. Dennoch trat sie vier Monate später in Kraft.

 

Schwangere im Kontrollbereich

Die rot-grüne Strahlenschutzverordnung setzt Schwangere einer großen Gefahr aus. Schwangere durften bisher nicht im inneren Kontrollbereich von Reaktoren arbeiten. Dadurch wurde das ungeborene Leben vor Strahlenschäden geschützt.

 

Heute werden Schwangere in den Kontrollbereich geschickt, der genauso gefährlich ist wie bisher. Formal wird die Strahlenbelastung des ungeborenen Kindes auf 1 Millisievert begrenzt. Das entspricht 40 Röntgenaufnahmen des Brustkorbs der Mutter! Kein Arzt würde das einer Schwangeren antun. Außerdem kann niemand die Einhaltung dieses Grenzwerts garantieren. Rot-grün hat mit der Gleichberechtigung der Frau begründet, dass der Schutz der Schwangeren wesentlich verschlechtert wird.

 

Mehr Strahlung für Ostdeutsche

Für die Kumpel im ehemaligen Uranbergbau der DDR in der Wismut-Region im Erzgebirge gelten noch nicht einmal die Grenzwerte der neuen Strahlenschutzverordnung.

Um die Sanierungskosten der radioaktiv verseuchten Region für die Bundesrepublik möglichst niedrig zu halten, wurde bei der deutschen Wiedervereinigung festgelegt, dass für die Wismut-Region weiterhin die Strahlenschutzverordnung der DDR gilt. So mutet man auch heute noch den Ostdeutschen Grenzwerte zu, die für Leber und Lunge um das 56-fache, für Knochenmark um das 167-fache über den neuen Werten des Westens liegen.

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