A- | A | A+
RSS  Drucken   Senden
IPPNW

Atomkonzern Siemens

 

Siemens hat alle 18 derzeit in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke gebaut. Im Ausland hat Siemens mehrere Kernkraftwerke errichtet. Die Atomsparte von Siemens firmierte jahrzehntelang als "Siemens/KWU". Anfang 2001 fusionierte Siemens sein Atomgeschäft mit dem des französischen Atomkraftwerksherstellers Framatome zur heutigen Framatome ANP. Sie ist der weltweit führende Anbieter von Atomkraftwerkstechnik. Das Unternehmen ist weltweit tätig in den Bereichen Kernbrennstoffversorgung, Wartung und Nachrüstung laufender Atomkraftwerke sowie Errichtung neuer Atomkraftwerke.

Siemens ist in Deutschland der Atomkonzern Nr. 1. Das Unternehmen hat in Deutschland mehr als 20 kommerzielle Atomkraftwerksblöcke gebaut. 17 dieser Atomreaktoren sind derzeit noch in Betrieb. Vier weitere Atomkraftwerke errichtete Siemens als Generalunternehmer im Ausland. Darüber hinaus errichtete Siemens mehrere Forschungsreaktoren.

Die von Siemens gebauten Atomkraftwerke

An 13 Standorten werden die 18 von Siemens errichteten deutschen Atomkraftwerke betrieben.

Atomkraftwerke mit so genannten "Druckwasserreaktoren (DWR)" befinden sich an den Standorten Biblis (2 Reaktorblöcke), Brokdorf, Emsland, Grafenrheinfeld, Grohnde, Isar (einer der beiden Blöcke ist ein Druckwasserreaktor), Neckarwestheim (2 Reaktorblöcke), Philippsburg (einer der beiden Blöcke ist ein Druckwasserreaktor) und Unterweser.

Kernkraftwerke mit "Siedewasserreaktoren (SWR)" werden betrieben an den Standorten Brunsbüttel, Gundremmingen (2 Reaktorblöcke), Isar (einer der beiden Blöcke ist ein Siedewasserreaktor), Krümmel und Philippsburg (einer der beiden Blöcke ist ein Siedewasserreaktor).

Weitere vier Atomkraftwerke wurden von Siemens in den Niederlanden (Borssele, 1973), in Argentinien (Atucha-1, 1974), in der Schweiz (Gösgen, 1979) und in Spanien (Trillo-1, 1988) errichtet.

Entwicklung zum weltweit führenden Atomkonzern

Im Laufe der Jahre wechselte der für die Atomenergie zuständige Unternehmensbereich häufiger seinen Namen und seine Rechtsform.

Ursprünglich stieg die "Siemens AG" in das Atomgeschäft ein. Später fusionierte Siemens das Atomgeschäft mit dem Elektrokonzern AEG, es entstand die gemeinsame Tochtergesellschaft "KWU AG" (Kraftwerks Union). Mit  Unterstützung der Deutschen Bank übernahm Siemens die KWU vollständig und gliederte das Unternehmen in den Mutterkonzern ein. Es entstand die "Siemens/KWU" bzw. der "Unternehmensbereich Energieerzeugung (KWU)".

Parallel zu dem Unternehmensbereich "Siemens/KWU" gründete Siemens 1989 mit dem französischen Atomkraftwerks-Hersteller Framatome die gemeinsame Tochtergesellschaft "Nuclear Power International (NPI)". Dieses Joint-Venture war für die Entwicklung des "Europäischen Druckwasser-Reaktors (EPR)" und für die - weitgehend erfolglosen - Bemühungen um internationale Aufträge zur Errichtung neuer Atomkraftwerke zuständig.

Zum 1. Januar 2001 brachte Siemens sein gesamtes Atomkraftwerksgeschäft in ein deutsch-französisches Joint-Venture ein. Es entstand die "Framatome ANP" mit Sitz in Paris. ANP steht für "Advanced Nuclear Power". Siemens ist an dem Atomkonzern mit 34 Prozent beteiligt. Auf französischer Seite war zunächst "Framatome" der Mutterkonzern. Nach diversen Umstrukturierungen in Frankreich ist nun die Atomholding "AREVA" Eigentümerin der restlichen 66 Prozent. Auf dem Briefpapier firmiert diese Gesellschaft als "Framatome ANP - ein Unternehmen von AREVA und Siemens".

Die Siemens-Beteiligungsgesellschaft Framatome ist weltweit der führende Anbieter von Atomkraftwerkstechnik. Anfang 2000 hatte der Atomkonzern einen Weltmarktanteil von 40 Prozent. Während andere Konzerne wie der einst führende Atomkraftwerkshersteller Westinghouse sowie der ABB-Konzern in den 1990er Jahren aus dem Atomgeschäft ausgestiegen sind (beide Atomsparten wurden von der britischen BNFL übernommen), wurde Siemens durch die Fusion seines Atomgeschäfts mit der französischen AREVA zur Nr. 1 auf dem Weltmarkt.

Das Gemeinschaftsunternehmen mit Hauptsitz in Paris verfügt über Regionalgesellschaften in Deutschland (Framatome ANP GmbH, Erlangen) und den USA. Framatome ANP beschäftigt weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiter. Die Erlanger Framatome ANP GmbH ist im wesentlichen identisch mit dem vorherigen deutschen Atomgeschäft von Siemens/KWU.

Die Geschäftsfelder von Framatome

Die Tätigkeitsschwerpunkte von Framatome ANP sind nach eigenen Angaben "umfassendes Engineering, Elektro- und Leittechnik, Kraftwerks-Service, Nachrüstung, Brennelementversorgung und Komponentenfertigung für eine große Zahl von Reaktortypen, auch anderer Hersteller, sowie die Entwicklung und 'schlüsselfertige Errichtung' von Atomkraftwerken und Forschungsreaktoren".

Das bedeutet: Erstens versorgt Framatome weltweit Atomkraftwerke mit Brennelementen. Zweitens werden weltweit in Betrieb befindliche Atomkraftwerke von Framatome gewartet, repariert und nachgerüstetDrittens baut Framatome neue Atomkraftwerke und Forschungsreaktoren.

 

... zurück