Das Ausmaß der finanzwirksamen Privilegien der Atomindustrie ist wenig bekannt. Der Atomstrom kommt der Bevölkerung doppelt teuer zu stehen. Als Stromkunden zahlen wir den Preis für den völlig überteuerten Bezug des Atomstroms - der Strompreis liegt weit über den Kosten. Als Steuerzahler kommen wir für die zahllosen Privilegien auf, die die Atomindustrie genießt:
1. Die Atomenergie wird bis zum heutigen Tag durch staatliche Forschungs- und Entwicklungsmittel gefördert. Diese Subventionen sollen sich bereits auf mehr als 80 Milliarden Euro belaufen.
2. Noch heute werden Atomkraftwerks-Neubauten durch zinsgünstige Staatskredite subventioniert. Beispielsweise soll der Neubau des Europäischen Druckwasser-Reaktors (EPR) in Finnland durch einen Staatskredit mit einem Zinssatz von 2,9 Prozent subventioniert werden.
3. Bis heute werden Atomexporte insbesondere von Siemens vielfach durch Hermes-Bürgschaften abgesichert. Das unternehmerische Risiko wird so auf die Steuerzahler abgewälzt.
4. Die deutschen Atomkraftwerke sind massiv unterversichert. Die von den Betreibern nachzuweisende Deckungsvorsorge liegt bei weniger als 0,1 Prozent der erwarteten Schäden.
5. Der Kernbrennstoff Uran ist bis zum heutigen Tag von der Steuer befreit.
6. Die Atomindustrie darf mit Billigung des Staates steuerfreie Entsorgungsrückstellungen bilden. Bis 1999 sollen sich diese Rückstellungen auf über 35 Milliarden Euro summiert haben. Für die Atomkonzerne werden die steuerfreien Rückstellungsmilliarden u.a. genutzt, um in großem Stil durch Unternehms-Aufkäufe in andere Branchen einzusteigen.
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