
Zum Thema Sicherheit von Atomkraftwerken ist viel Oberflächliches zu lesen, zu hören und zu sehen. Wer wirklich wissen und verstehen will, wie gefährlich deutsche Atomkraftwerke sind, kann sich am Beispiel von Biblis B ein umfassendes Bild machen. Denn für die Klage auf Stilllegung von Biblis B führte die IPPNW jahrelang gründliche Recherchen durch. Die Organisation verschaffte sich mit Nachdruck sogar Zugang zu einem Teil der Sicherheits-Akten bei der hessischen Atomaufsicht. Allein auf der Basis des so gewonnenen Materials konnten für Biblis B mehr als 200 schwerwiegende Sicherheitsmängel nachgewiesen werden. Hinzu kommt, dass sogar die atomenergie-freundliche hessische Atomaufsicht einräumt, dass Biblis B nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Das bedeutet nichts anderes als dass der Atommeiler sicherheitstechnisch hoffnungslos veraltet ist.
Über 200 schwerwiegende Sicherheitsmängel
In Anlage A der Klagebegründung hat die IPPNW mehr als 200 schwerwiegende Sicherheitsmängel dokumentiert:
Anlage A: Schwerwiegende Sicherheitsmängel des Atomkraftwerks Biblis B
Erdbeben-Gefahr
Im Rheingraben kommt es immer wieder zu Erdbeben. Biblis B ist völlig unzulänglich gegen Erdbeben geschützt. Ein Erdstoß kann jederzeit die Katstrophe herbeiführen:
Anlage B: Das Atomkraftwerk Biblis B ist nicht für die am Standort möglichen Erdbeben ausgelegt
Sonstige Sicherheitsmängel von Biblis B
In Kapitel 9 von Anlage A der Klagebegründung sind zahlreiche Schwachstellen des Notkühlsystems skizziert.
Defizite im Notkühlsystem von Biblis B nachgewiesen
Rheinhochwasser kann Katastrophe im Atomkraftwerk Biblis auslösen
Gefährliche Schlampereien
Dem Atomkonzern RWE, Betreiber des Atomkraftwerks Biblis, wurde von Gutachtern und Aufsichtsbehörden nicht nur einmal Defizite in der Sicherheitskultur bzw. im Sicherheitsmanagement vorgehalten.
Anlage D der Klagebegründung liefert zahllose Fallbeispiele für fortwährende und besonders schwerwiegende Schlampereien in Biblis:
Anlage D: Fehlende Zuverlässigkeit und Fachkenntnisse des Biblis-Betreibers RWE und des Personals
Exkurs:
Gravierende Fehler bei Elektroarbeiten in Biblis A nachgewiesen
Henrik Paulitz
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