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Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl

Chris Busby und Alexei Jablokow

Die Tschernobyl-Katastrophe verseuchte große Teile der Sowjetunion und Europas. Überall in der nördlichen Hemisphäre wurde Radioaktivität gemessen. Dosen, denen Rettungskräfte durch externe Gammastrahlung und durch internalisierte Radionuklide spaltbaren Materials ausgesetzt waren, waren signifikant hoch, viele starben unmittelbar an den Folgen. 20 Jahre später sterben daran immer noch Aufräumarbeiter oder sind krank. Die Verseuchung der Umwelt durch Radionuklide war signifikant und lang andauernd. Dies führte zu einer chronischen inkorporierten Niedrigstrahlung für Millionen von Menschen, für Tiere und Pflanzen. Nahrungsmittel wurden mit Cäsium-137, Strontium-90 und Uranbrennstoff-Partikeln verseucht.

Anstatt diese Gelegenheit zu nutzen, die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Strahlenwirkungen zu untersuchen, ignorierte die internationale Strahlenrisiko-Behörden viele Berichte über Krankheitsfälle aus den kontaminierten Gebieten. Internationale und Nationale Organisationen ( z.B. ICRP, UNSCEAR, BEIR, WHO) deren eigentliche Aufgabe es ist, gesundheitliche Auswirkungen ionisierender Strahlung zu untersuchen, haben die Existenz der fürchterlichen Auswirkungen des Tschernobyl-Fallouts beschönigt, marginalisiert, ignoriert oder verleugnet. Forschungspapiere wurden aus offiziellen Studien entfernt. Hilferufe wurden als „Radiophobie“ abgetan.

Forschungen über diese Auswirkungen wurden hauptsächlich in russischsprachigen Zeitschriften veröffentlicht; diese wertvollen Beiträge wurden (möglicherweise beabsichtigt) nur selten in die englische Sprache übersetzt. Wenn dies häufiger geschähe, wäre es fatal für die Atomindustrie, die routinemäßig genau diese radioaktiven Substanzen legal in die Umwelt fließen lässt.

Die ECRR-Veröffentlichung „Chernobyl: 20 Years On “präsentiert die wahren Folgen der Tschernobyl-Katastrophe. Ausgewiesene WissenschaftlerInnen untersuchen und überprüfen die vorliegenden Fakten und zeigen, dass die Auswirkungen statt weniger zu werden, erst jetzt anfangen ans Tageslicht zu kommen. Das Phänomen der „genomischen Instabilität“ das in britischen Labors in den 90er Jahren entdeckt wurde, ist nun mit seinen Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und menschliche Opfer des Tschernobyl-Unfalls zu beobachten. Dieser Effekt ist bei Strahlungsdosen zu beobachten, die nach damaligen und auch heutigen Strahlenschutzbestimmungen als vernachlässigenswert klein klassifiziert würden.

Hier sind die Fakten der realen Welt: Der Welt des Tschernobyl-Labors. PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen und die Öffentlichkeit täten gut daran, die wahren erschreckenden Implikationen dieser Fakten anzuerkennen und sie in Bezug auf die Gesundheit der Opfer zu setzen. Gleichzeitig sollten sie Grundlage für der Entscheidung über die weitere Entwicklung von Atomenergie und über die Endlagerung radioaktiver Abfälle sein.

Chris Busby, Alexei Jablokow (Hrsg.): ECCR. Chernobyl 20 Years On; The Health Effects of the Chernobyl Accident, Aberystwyth (UK), 2006.  € 90

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