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IPPNW
Vertuschter Atomunfall bei Hamburg

Leukämien dank Atomwaffenforschung?

Für die weltweit größte Häufung von Leukämieerkrankungen bei Kindern in der Umgebung der Geesthachter Atomanlagen südöstlich von Hamburg rückt eine Erklärung in greifbare Nähe. In Bodenproben lassen sich plutoniumhaltige radioaktive Partikel nachweisen, Bestandteile von sogenanntem PAC-Brennstoff. Als mögliche Erklärung für den PAC-Brennstoff kommen illegale Forschungen zur Atomwaffentechnologie in Frage.

Neuere, im Auftrag der IPPNW erstellte Gutachten der an hessischen Universitäten angesiedelten, renommierten Forschergruppe ARGE PhAM bestätigen ältere Untersuchungen der zu Unrecht heftig angefeindeten Bremer Professorin Inge Schmitz-Feuerhake. In der Umgebung der Geesthachter Atomanlagen lassen sich radioaktives Tritium, Americium, Plutonium, angereichertes Uran und Thorium nachweisen.

Radioaktive Substanzen fanden sich in sogenannten PAC-Kügelchen, einem speziellen Kernbrennstoff, der vor Jahren vor dem Hintergrund zweier Verwendungszwecke entwickelt wurde. Zum einen war diese Art von Brennstoff im Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop im Einsatz. Zum anderen wurde er beforscht mit dem Ziel der Entwicklung von Mini-Atombomben. Die These steht nun im Raum, dass in dem atomaren Forschungszentrum der GKSS in Geesthacht Atomwaffenforschung betrieben worden sein könnte. Die Gutachter der ARGE PhAM fanden in Bodenproben auch Partikel, die für die Herstellung von nuklearen Zündern von atomaren Wasserstoffbomben verwendet werden.

Die Gutachter kamen aufgrund der gefundenen radioaktiven Teil-chen zu dem Schluss, dass es einen nicht gemeldeten Unfall gegeben haben muss. Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass der PAC-Brennstoff bei einer Explosion am 12. September 1986 in die Umgebung gelangt ist und nun seit Jahren Leukämien bei Kindern auslöst.

Die IPPNW stellte auf der Basis dieser Untersuchungen Strafanzeige. Doch die Staatsanwaltschaft ist bislang nicht sonderlich hilfreich: statt dem Verdacht einer illegalen Atomwaffenforschung nachzugehen, veranlasste sie die Beschlagnahmung von Bodenproben der ARGE PhAM.

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