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Der vertuschte Skandal
Leukämiefalle in der Elbmarsch
Es ist ein Skandal, der in Deutschland seinesgleichen sucht - aber er wird bis heute verdrängt, verschwiegen, geleugnet. Dabei sind die Tatsachen unübersehbar: In der Umgebung des Atomkraftwerks Krümmel an der Unterelbe sind zwischen 1991 und 1996 sechs Kinder an Leukämie gestorben - eine weltweit einmalige Häufung dieser Krankheit. Inzwischen sind seit 1991 sogar 16 Kinder am tückischen Blutkrebs erkrankt. Das alles soll Zufall sein oder eine andere, unbekannte Ursache haben - sagen die Verantwortlichen der Atomanlagen, in den Behörden und Ministerien von Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Wissenschaftler treten zurück
Aufklärung behindert
Nach zwölfjähriger Tätigkeit gab die schleswig-holsteinische Leukämiekommission ihre faktische Auflösung bekannt. Sechs der acht Mitglieder traten zurück. Sie protestieren mit diesem Schritt gegen "die Verschleierungspolitik" der Kieler Landesregierung im Ursachenstreit um die Häufung von Blutkrebserkrankungen in der Umgebung des AKWs Krümmel. Otmar Wassermann, Beirat der IPPNW, und fünf seiner MitstreiterInnen warfen der schleswig-holsteinischen Landesregierung "aberwitzige Widerlegungsversuche" vor. Nach Auffassung der ExpertInnen hat es in der Geesthachter Kernforschungsanlage GKSS "geheim gehaltene kerntechnische Experimente" gegeben, die zu einer "leukämierelevanten Umgebungskontamination" der Elbmarsch-Region geführt hätten.
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