IPPNW.DE

Gemeinsame Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten

Die Konflikte in der Region des Mittleren und Nahen Ostens spalten und destabilisieren die ganze Welt. Alle bisherigen Vermittlungsversuche zur Schaffung eines dauerhaften Friedens scheitern an gegenseitigen Vorbedingungen. Anstatt die Armut zu bekämpfen, den Wohlstand zu mehren und Strukturen des Friedens aufzubauen, werden die üppigen Reichtümer der Region in den Dienst des Wettrüstens, des Krieges und der Zerstörung gestellt.

Vieles spricht dafür, dass der drohende Krieg gegen den Iran nach der Wahl von Barack Obama abgewendet ist. Dies ist erfreulich. Gleichwohl fanden der Gazakrieg und ein Rechtsruck in Israel statt, dessen Folgen nicht absehbar sind. Die zaghaften Schritte der neuen US-Regierung, den Atom-Konflikt mit dem Iran zu entspannen, werden nicht nur in Jerusalem, sondern auch in den meisten arabischen Staaten mit Argwohn und Misstrauen bedacht.

Um so mehr ist es an der Zeit, den von Staaten verursachten Kriegen und Feindschaften eine Perspektive gegenüberzustellen, die auf dem Geist der Kooperation und gemeinsamen Sicherheit für alle Völker der Region gründet. Nicht zuletzt muss diese Perspektive angesichts des Staatsversagens durch die Zivilgesellschaft vorangetrieben werden.

Die Initiative für eine KSZMNO, eine "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten", will die Entstehung einer zivilgesellschaftlichen Modellkonferenz im Mittleren und Nahen Osten anstoßen, die mit Experten aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Kultur aus der Region die Idee der Kooperation und gemeinsamen Sicherheit mit Leben erfüllt. Perspektivisches Ziel ist, einen Impuls für die Konstituierung einer offiziellen KSZMNO zu geben. Einziger Grundsatz für das Zusammenkommen ist die Bereitschaft zum Dialog ohne Vorbedingungen. Durch die Konferenz sollen Ideen grenzüberschreitender Projekte, wie z. B. Alphabetisierungs- und Armutskampagnen, Minenbeseitigung, erneuerbare Energien, Elektrizitäts- und Eisenbahnnetze, für die Region wichtige gemeinsame Bildungs- und Qualifizierungseinrichtungen, vielleicht gar eine regionale Universität, zu Realitäten werden.

Die Konflikte dieser großen Region lassen uns nicht unberührt. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner rufen deshalb die Zivilgesellschaft dazu auf, die KSZMNO-Initiative bei dem Aufbau einer von Zivilgesellschaften des Mittleren und Nahen Ostens getragenen Friedensperspektive tatkräftig zu unterstützen und mitzuhelfen, die Hindernisse zu überwinden.

 

537 Personen haben unterzeichnet (527 öffentlich und online)

 

Alle Unterzeichner anzeigen

 

Erstunterzeichner:

Dr. Peter Becker, Norbert Blüm, Angelika Claußen, Abdallah Frangi, Prof. Johan Galtung, Prof. Ulrich Gottstein, Rupert Neudeck, Wiltrud Rösch-Metzler, Rafik Schami, Hans-Christoph von Sponeck, Prof. Udo Steinbach.

Sitemap Überblick