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ATOM-Energie-Newsletter vom 15.09.2017

Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesem Newsletter informieren wir Sie zunächst darüber, wie die Parteien in Deutschland das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Atomausstieg umsetzen wollen. Wird es nach der Bundestagswahl zu begrenzten Laufzeitverlängerungen kommen oder werden die Atomkonzerne erneut von Entschädigungszahlungen profitieren können? Es folgt ein Bericht über einen Beschluss des Deutschen Ärztetages, der sich den IPPNW-Forderungen zum Atomkraftwerks-Rückbau angeschlossen hat. Schließlich bildet das Thema "Atommüll" in diesem Newsletter einen Schwerpunkt, gefolgt von Berichten über den Atomkraftwerksbau in China und die globale Energiewende. 

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Paulitz und Dr. Alex Rosen

Deutscher Atomausstieg nach der Bundestagswahl

Laufzeitverländerungen oder Entschädigungszahlungen für die Atomindustrie?

Im Vorfeld der Bundestagswahl ist unklar, in welcher Weise eine künftige Bundesregierung die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Atomausstieg umsetzen würde. SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke lehnen einen begrenzten Weiterbetrieb von Atomkraftwerken kategorisch ab und wollen Entschädigungszahlungen an die Atomindustrie „so gering wie möglich“ bzw. „nur im erforderlichen Maß“ zahlen. Von CDU, CSU und FDP erhielt die IPPNW trotz mehrfacher Nachfragen keinerlei Antworten, so dass ein begrenzter AKW-Weiterbetrieb bzw. nochmalige nennenswerte Entschädigungszahlungen an die Atomindustrie von diesen Parteien vor der Wahl nicht ausgeschlossen wurden. 

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Ärztetag unterstützt IPPNW-Forderung zum AKW-Rückbau

Wird strahlendes Metall aus abgerissenen AKWs irgendwann unkontrolliert in Heizkörpern, Kochtöpfen oder Autokarossen auftauchen? Beim AKW-Rückbau ist vorgesehen, gering radioaktiven Restmüll aus dem Abriss von Atomkraftwerken „freizumessen“. Die IPPNW fordert seit langem, dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben und hat ein Alternativ-Konzept vorgelegt. Der Deutsche Ärztetag hat sich nun hinter die Forderungen der IPPNW gestellt.

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Gesundheitsgefahr atomares Erbe

In Deutschland sehen wir uns derzeit als Gesellschaft mit der großen Herausforderung konfrontiert, verantwortungsvoll mit den Hinterlassenschaften des dämmernden atomaren Zeitalters zu verfahren. Das wahre Ausmaß des radioaktiven Erbes wird uns gerade erst bewusst. Mehr als 70 Jahre nach Beginn des Atomzeitalters wird zum ersten Mal im gesellschaftlichen Diskurs ernsthaft darüber gesprochen, wie mit dem atomaren Müll umzugehen ist.

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Deutschland sucht ein "Endlager"

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) hat im August damit begonnen, bundesweit geologische Daten für die Suche nach einem sogenannten „Endlager“ zu erheben, in das die hoch-radioaktiven Abfälle aus den deutschen Atomkraftwerken eingelagert werden sollen. Dies ist ein erster Schritt im neuen Standortauswahlprozess. Ziel des ersten Verfahrensschrittes ist die Ermittlung von „Teilgebieten“ in Deutschland, die grundsätzlich für die Errichtung eines Endlagers in Betracht kommen.

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Die Schweiz sucht ein "Endlager"

Die schweizerische Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) treibt die Suche nach einem "Endlager" in tiefen geologischen Formationen weiter voran. Beim schweizerischen Bundesamt für Energie hat sie weitere Gesuche für Sondierungsbohrungen eingereicht. Die Endlagersuche konzentriert sich in der Schweiz jetzt auf die Regionen Jura Ost im Aargau, Zürich Nordost im Zürcher Weinland und auf das Gebiet Nördlich Lägern im Kanton Zürich.

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AKW-Bau auch in China rückläufig

Seit Fukushima ist der Neubau von Atomkraftwerken weltweit rückläufig. Wurden im Jahr 2010 offiziell noch die Errichtung von 15 Anlagen begonnen, so waren es 2013 nur noch 10 und 2016 nur 3. Selbst in China, wo im vergangenen Jahrzehnt die meisten Neubaustellen zu verzeichnen waren, ist der AKW-Neubau deutlich zurückgegangen: 2010 wurden in China noch 10 Atomkraftwerksbauten begonnen. 2015 waren es 6 und im vergangenen Jahr sogar nur noch 2.

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Die Globale Energiewende

Ein Workshop-Bericht von Angelika Claußen

Auf dem IPPNW Weltkongress in York organisierte die deutsche IPPNW drei Workshops aus dem Themenkreis der atomaren Kette. Im Workshop "Die Globale Energiewende" legten wir den Fokus auf den Versuch von einigen international tätigen Atomkonzernen, den Neubau von Atomreaktoren durchzusetzen. Im Mittelpunkt stand die Atomindustrie von England und Frankreich - beides Atomwaffenländer.

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