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ATOM-Energie-Newsletter November 2016

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

nicht nur in Deutschland, sondern weltweit steht die Atomenergie vor dem Aus. Die Nachrichten aus fünf verschiedenen Ländern in diesem Newsletter beleuchten unterschiedliche Aspekte dieses Trends.

In Japan soll mit der Untersuchung von Milchzähnen die Strontium-90-Belastung von Kindern durch die Atomkatastrophe von Fukushima ermittelt werden. In den USA wurde erstmals nach 20 Jahren ein neues Atomkraftwerk in Betrieb genommen - mit der Technologie der 1960'er Jahre. In Frankreich wurden zur gleichen Zeit 21 von 58 Atomreaktoren vom Netz genommen, da es ernsthafte Sicherheitsbedenken gibt. In Großbritannien wiederum gibt es mehr und mehr Hinweise darauf, dass das geplante Atomkraftwerk Hinkley Point C der versteckten Finanzierung des britischen Atomwaffenprogramms dienen könnte. Und in Taiwan wird, ähnlich wie in Deutschland, der Ausstieg aus der Atomenergie gebahnt.

Diese scheinbar unabhängigen Entwicklungen quer über den Globus verdichten sich zu einer immer deutlich werdenden Erkenntnis: Die Atomindustrie befindet sich weltweit in einem Abwärtstrend. Wir hoffen, Ihnen durch diesen Newsletter wichtige und brauchbare Informationen liefern zu können und freuen uns wie immer über Feedback und Themenvorschläge durch Sie.

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Paulitz und Dr. Alex Rosen

Milchzähne und 90-Strontium in Japan

Louise Marie Zibold Reiss war eine amerikanische Ärztin, die für die so genannte „Milchzahn-Untersuchung“ bekannt wurde, in der die Zähne von Kindern, die in den 1950ern und 1960ern geboren wurden, aus dem Gebiet von St. Louis untersucht wurden, um die Auswirkungen von Atomtests zu erforschen. Die Resultate zeigten, dass bei Kindern, die nach 1963 geboren wurden, um bis zu 50fach höhere Werte von 90-Strontium gefunden wurden als bei Kindern, die vor dem Start regelmäßiger Atomtests geboren wurden. Vorläufige Ergebnisse von Ende 1961 trugen dazu bei, U.S.-Präsident John F. Kennedy davon zu überzeugen, den Vertrag über das Verbot von Kernwaffenversuchen in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser zu unterzeichnen, um die oberirdischen Atomtests zu beenden. Weiterlesen ..

USA setzen weiter auf Atomenergie - trotz Risiken

Während in Deutschland derzeit die Abwicklung der Atomenergie auf der Tagesordnung steht, ging in den USA im vergangenen Monat der erste neue Atomreaktor seit 20 Jahren ans Netz. Ein Zeichen der viel-beschworenen Renaissance der Atomenergie oder ein letztes Aufbäumen einer im freien Fall befindlichen Industrie? Weiterlesen ..

Frankreich: 21 von 58 Atomreaktoren vom Netz

Im Oktober 2016 musste der französische Staatskonzern Électricité de France (EDF) 21 der insgesamt 58 französischen Atomreaktoren für Sicherheitsüberprüfungen vom Netz nehmen. Es ist noch unklar, wie lange die Reaktoren ausfallen werden und wie viele weitere Meiler potentiell betroffen sein könnten. Was ist passiert? Weiterlesen ..

Militärische Motive bei Hinkley Point

Wissenschaftler der Universitäten Oxford und Sussex gehen davon aus, dass das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C einer verdeckten Co-Finanzierung von Atomwaffen dient. Konkret geht es um die 2007 beschlossene Erneuerung der "Trident" Atomwaffenträger. Dies würde den weit überhöhten Preis für das Atomkraftwerk erklären. Weiterlesen ..

Taiwan plant Atomausstieg bis 2025

Die taiwanesische Regierung hat im Oktober 2016 beschlossen, bis 2025 vollständig aus der Atomenergie auszusteigen. Bevölkerungsproteste und die Atomkatastrophe in Fukushima waren Auslöser dafür. Auf der Insel vor dem chinesischen Festland ereignen sich immer wieder Erdbeben und brisante atomare Störfälle. Weiterlesen ..

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