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ATOM-Energie-Newsletter Oktober 2016

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Während die japanische Regierung die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima weiter zu verschleiern versucht, werden in regelmäßigen Abständen wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die jenseits aller politischer Einflussnahme Tatsachen präsentieren, die eine realistischere Einschätzung der Konsequenzen des mehrfachen Super-GAUs im Jahr 2011 zulassen.

So zeigen die kürzlich veröffentlichten Daten der Fukushima Medical University einen weiteren Anstieg an Schilddrüsenkrebsfällen bei den Kindern und Jugendlichen von Fukushima, während eine Aufarbeitung der japanischen Geburtsstatistiken eine erhöhte Perinatalsterblichkeit in den verstrahlten Präfekturen nahelegt. Diese neuen Forschungsergebnisse werden in diesem Newsletter vorgestellt.

Außerdem berichten wir über Trends der Atomindustrie. Während China weiterhin den Schwerpunkt eines gewissen Ausbaus der Atomenergie darstellt, geht es ansonsten mit der Atomenergie-Nutzung weltweit eher bergab.

Mit freundlichen Grüßen
Henrik Paulitz und Dr. Alex Rosen

Das Geschäft mit dem Krebs

Der Umgang mit Betroffenen einer Katastrophe sagt viel mehr über eine Gesellschaft aus als statistische Daten wie Bruttosozialprodukt oder Wirtschaftswachstum. In einem Meinungsartikel beschreibt Dr. Alex Rosen den Umgang mit Patienten in Fukushima, die sich aufgrund der radioaktiven Kontamination regelmäßig Schilddrüsenuntersuchungen unterziehen müssen.  Weiterlesen ..

 

    Fukushima nach 5 Jahren - neue Erkenntnisse zum Schilddrüsenkrebs

    Seit 2011 werden bei allen Bewohnern der Präfektur Fukushima, die zum Zeitpunkt des mehrfachen Super-GAUs im März 2011 jünger als 18 Jahre alt waren in zwei-jährlichen Abständen die Schilddrüsen untersucht. Die zweite Runde ist nun beendet und es wird immer deutlicher, dass sich der signifikante Anstieg von Schilddrüsenkrebs nicht durch einen Screeningeffekt erklären lässt. Weiterlesen ..

    Perinatalsterblichkeit in Japan nach Fukushima

    Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Scherb et al. untersuchte die japanische Geburtsstatistiken mit der Frage, ob sich die Perinatalsterblichkeit in den Regionen, die nach 2011 von radioaktivem Niederschlag betroffen waren, signifikant von anderen japanischen Regionen unterscheidet - und kommt zu unerwarteten Ergebnissen. Weiterlesen ..

    China bleibt Schwerpunkt des Atomenergie-Ausbaus

    Der  aktuelle „World Nuclear Industry Status Report 2016“ beschreibt wieder einmal Zustand und Trends der Atomindustrie. Die Rolle der Atomenergie an der weltweiten Bruttostromerzeugung blieb in den vergangenen vier Jahren mit rund 11 Prozent praktisch unverändert. In 31 Ländern werden derzeit insgesamt 402 Atomkraftwerke betrieben. 2002 waren es noch 438 Anlagen. China bildet nach wie den Schwerpunkt eines gewissen Zubaus von Atomkraftwerken. 21 Kraftwerke sind dort offiziell in Bau. Bei fast allen Neubauprojekten weltweit kommt es zu jahrelangen Verzögerungen, zum Teil auch in China. Mit den zahlreichen „Dauerbaustellen“ versucht die Atomindustrie offensichtlich den Eindruck zu erwecken, als habe diese Technologie in vielen Ländern weiterhin eine Zukunft. Tatsächlich aber ist in vielen Staaten eine Abkehr von der Atomenergie-Nutzung erkennbar. Weiterlesen ..

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